Liebe

Oft spielt das Leben schon komische Stückerl und man fühlt sich wie total verloren und hilflos, aber immer, wenn man es nicht erwartet oder auch nicht mehr daran glaubt, kommt doch etwas Liebe, man sollte sie nur annehmen. 

 

Meine Kindheit war, sagen wir mal eigenartig. Ich war kein Wunschkind und das wurde mir auch immer wieder unterbewusst klar gemacht. Ich war als Kind sehr krank, hatte Rachitis und blöderweise eine Allergie auf Antibiotika. Man stellte auch noch einen zu hohen Cholesterinspiegel bei mir fest, sodass ich meine erste Mich und Butter erst mit 10 Jahren genießen durfte. 

OK, es ist so, wenn du ein Kind bist, dann stören dich diese Sachen nicht, weil du es ja nicht anders kennst, war auch in meinem Falle so! Ich trage seit meinem zweiten Lebensjahr eine Brille und war auch später, als ich ein Teenager war nicht unbedingt der Mädchenschwarm. (dazu mehr in einer anderen Geschichte). 

Ich war ein sehr aufgewecktes Kind mit viel Energie, aber so wirklich Freunde hatte ich nie, was den vielen Krankenhausaufenthalten und auch meines Aussehens geschuldet war. Ich war halt der Klassendepp. 

Ein kleines Beispiel gefällig? Meine Mutter war anscheinend sehr fortschrittlich für die 70er und versuchte mir schon im zarten Kindesalter von 4 Jahren mir beizubringen, dass man sich als Mann beim Pinkeln hinsetzt, was ich auch gemacht habe. Dann kam die Volksschule und als ich die Schultoilette betrat, sah ich zu ersten Mal in meinem Leben ein Pissoir und es sollte kommen, wie es kommen muss. Ich ging in die Toilette, dachte mir noch, warum sind da nicht Türen und Wände zwischen den „Klos“ zog meine Hose runter, drehte mich um und setzte mich, so halb wie es eben ging rauf und machte rein und just in diesem Augenblick betraten andere Kinder die Toilette und verfielen in Lachkrämpfe. Tja, ich war quasi ein stigmatisierter Sitzpinkler, oder noch viel schlimmer. 

Gut, als ich 8 fast 9 war, konnten meine Eltern anscheinend nicht mehr mit mir umgehen und eines Tages kam meine Mutter zu mir und sagte ich müße wieder in das Krankenhaus, aber diesmal in Wien. Ich war ja längere Krankenhausaufenthalte ja gewohnt und dachte mir nichts dabei. 

Also packte mich mein Onkel und meine Mutter ins Auto und wir fuhren nach Wien, ich fühlte mich nicht krank, gar nicht und irgendwie wusste ich auch unterbewusst, dass es diesmal anders sein würde, weil mein Koffer, den wir gepackt hatten, größer war als sonst. 

Als wir in der „Klinik“ ankamen vielen mir die vielen verschlossenen Türen auf durch die wir gehen mussten, wir gingen einen Stiegenhaus rauf und kamen dann bei einer Gittertüre an, als ich mein so richtig mit Gitter versehen. Ein Pfleger kam, schloss die Türe auf und wir betraten die Station. Es war eigenartig, kannte ich ja die Krankenhauszimmer, auf denen ich sonst lag, aber diesmal war alles anders. Ich bekam ein weißes Nachthemd dass ich anziehen musste und es wurde alles entfernt, was Schnüre hatte. Dann wurde mir mein Zimmer gezeigt, welches ich für fast ein Jahr nicht mehr verlassen sollte, also 11 Monate genau. 

Das Zimmer hatte zwei Fenster, welche mit dicken Gitterstäben von aussen gesichert waren und es waren 2 Krankenbetten im Zimmer, also so wie man sie kennt nur mit dem kleinen Detail, dass Hacken für Lederriemen rund um das Bett waren. 

Ich war etwas verwirrt, machte mir aber keine größeren Gedanken, weil ich ja dachte, ich bin nur kurz hier und dieses Krankenhaus ist eben so komisch. Ich wollte das beste daraus machen. 

Mein Zimmergenosse war ein 20-jähriger, damals für mich Mann, der im Rollstuhl saß. Wir bewohnten also dieses Zimmer zu zweit und ich verstand schnell, was hier eigentlich los war. Ja, einem Freunde ich war auf der geschlossenen gelandet, aber nicht in der Kinderpsychiatrie, sondern in der richtigen, da wo die Erwachsenen landeten. 

Mein Tagesablauf war jeden Tag derselbe, Morgen Frühstück, dass musste ich mit einem Pfleger die ganzen Gittertüren und Schleusen passieren und ging zu den Untersuchungen, dazwischen hatte ich „Schulunterricht“ der zufolge hatte, dass ich eine Klasse in der Volksschule wiederholen musste.

Was mich aber an meisten beschäftigte waren nicht die Gitter vor meinem Fenster, auch nicht die kühlen weißen Wände des Zimmer und die Edelstahlbetten, sondern dass Bewusstsein keine Besuche zu bekommen, ich mein ich war 8 und niemand kam mich in meinem Gefängnis besuchen. Mein Zimmerkollege bekam regelmäßig Besuch von seinen Eltern und ja, ich verstand nicht, warum mich niemand besuchen kam, über Monate hinweg. 

Es rückte mein Geburtstag näher, ihr müßt euch, dass jetzt so vorstellen, als Kind, wenn man eingesperrt ist, keinen Kontakt zu Außenwelt mehr hat, wird selbst Zeit und Raum zur Nebensache und ich wußte einfach nicht mehr, dass ich Geburtstag hatte, wußte ich ja auch kein aktuelles Datum. 

Dann kam der besagte Tag und nein, nicht meine Eltern betraten den Raum, nicht mein Onkel, nein, es waren die Eltern meines Zimmerkollegen. Die Pfleger sagten ihnen wohl dass ich an diesem Tag Geburtstag hatte und sie kamen und überraschten mich. Es stand eine kleine Torte am Tisch und ein kleines Packerl. Ich schaute zuerst verwundet, wusste ich ja, nicht dass mein Geburtstag war, aber als dann die Pfleger und die Eltern von (ich weiß leider nicht mehr wie sein Name war) ein Geburtstagslied sangen wusste ich was los war und soll ich euch was sagen? Ich war nicht traurig, sondern ich habe mich soooo riesig gefreut dass ich mich noch heute noch ganz genau daran erinnern kann. Ich umarmte die Eltern, als wären es meine eigenen und dann machte ich das kleine Pakerl auf und es war ein kleines Matchbox Auto drin, welches ich heute noch besitze. An diesem Tag erfuhr ich Liebe und Hilfe von Menschen, die mit mir eigentlich nichts zu tun hatten und ich habe über die Jahre immer mehr verstanden wie man diese Liebe und auch Hilfe von aussen annehmen darf, denn damit hatte ich sehr lange Probleme! 

 

Ich glaube, dass sehr viele Menschen zu Stolz sind um Hilfe und Liebe anzunehmen, ein falscher stolz wie ich finde und mich hatte es zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin. Ich bin weit weg von „perfekt“ ganz weit sogar und ich kämpfe jeden Tag, ich kämpfe für meine Kinder, für meine Freunde, für meine Werte und letztendlich auch für euch!  

 

Cheers euer Stef


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