Bilder im Kopf

Zuhören und zwischen den Zeilen lesen! Das kann nicht jeder und oft kommt es dann zu Missverständnissen, weil man eben nicht zugehört hat, oder nicht fähig ist zwischen den Zeilen zu lesen!

 

Als ich in den 90ern noch im Rotlichtmilieu arbeitete, war ich für viele Sachen zuständig. Ich musste Kabinen putzen, Videofilme wechseln, die Mädls hinter der Bühne unterhalten und oft ganz eigenartige Aufträge ausführen, so auch eines wunderschönen Tages.

Ich saß an der Kasse der Peepshow, es war Vormittag und die Kundenfrequenz war nicht die einer hochfrequentieren Tankstelle auf der A9 Richtung Slowenien.

Gelangweilt wie ich war, machte ich meine Durchsagen wenn ein neues Mädchen die Bühne betrat.

Mit heißerer und so erotischer Stimme wie es mir um 11 Uhr Vormittags möglich war, hauchte ich ins Micro:

„Soo meineee Herren, jetzt kommt Nadine, unsere heiße Nadiiinn. Nehmt eure Münzen und lasst sie tanzen! ooohhjjeeee“

Gehört haben diese Durchsage, mangels männlicher Besucher, ich und Nadine. Ich hatte so einen kleinen Monitor, wo ich sah was auf der Bühne passierte. Nadie saß da, die Bühne drehte sich, ab und dann schaute sie nach, ob unter ihren Zehennägel noch etwas Schmutz war, dann zuckte sie mit den Schultern und das nächste Mädl kam rein.

Ich mein, ich will ja den Romantikern unter euch nicht die letzte Hoffnung auf Spannung nehmen, aber mehr kommt da nicht…

Dann betrat der Indianer die Peepshow. Groß gewachsen, breit wie ein Schrank, lange schwarze Haare und ein Gesicht wie aus Ebenholz geschnitten samt der Nase von Winnetou. Daher rührte auch der Name Indianer.

Er schaute mich mit seinen funkelten Augen an und nickte nach oben mit dem Kopf, wie es eben alle machen in dieser Szene und sagte:

„He, Tintenfisch kumm her, du muasst wo besorgen“

Ich dachte, okay, was muss ich jetzt wieder besorgen? Wo führt mich meine Reise jetzt wieder hin? Ich war quasi auf alles vorbereitet und bereit!

Meine selbstbewusste Antwort (ich sah mich ja schon wieder in der roten Corvette ins Ausland fahren) war:

„Klar!“

Indianer:

„Du muast in die Apotheken geh, da Peda hot Hämorriden und brauch wos, der kann nimma sitzen.“

Zur Erklärung, „Da Peda“ war quasi der Pate, der Oberboss aller Bosse….und er hatte Hämorriden.

Ich fragte:

„Und warum muss ich gehen? Kannst ja du auch gehen?“

Indianer:

„Bist deppat? Glaubst i geh in die Apotheke und frog noch an Mittel gegen Hämorriden, des mochst sche du!

 

Ok, mir wars Wurscht, mußte ich wenigstens keinen pseudoerotischen Durchsagen machen und machte mich auf den Weg.

In der Apotheke angekommen begrüßte mich eine Dame sehr freundlich und fragte mich was es denn sein soll.

Meine Antwort war kurz, knackig und klar:

„Oiso, ich brauch, mmhhmmm naaa, i hab da so einen Freund der hod, oiso, der kann nimmer sitzen der hmmmm“

Die freundlich Apothekerin:

Hat er einen Muskelkater?

Ich:

“Naaaaaa, i mein der kann ned sitzen weil, najaaa, der hot da was, oiso, hinten irgendwie soooooo, najooo….

Sie: Ahhh sie haben Hämorriden?

Ich:

Naaa ned iiihhh, sondern mei Freund….sie lächelte und zwinkerte mir kurz zu, dann verschwand sie.

Das war auch der Zeitpunkt wo ich verstand warum der Indianer nicht in die Apotheke wollte.

Sie kam zurück mit einem Fläschchen und erklärte mir dass dies Teebaumöl sei.

Ein paar Tropfen in die Badewanne mit lauwarmen Wasser und dann eben „baden“

Ein Sitzbad quasi.

Ok, das hab ich verstanden und bin gleich wieder zurück zu meinem geliebten Arbeitsplatz, ich freute mich jetzt schon fast wieder auf meine Durchsagen!

Dort angekommen übergab ich Indianer das Fläschchen und erklärte ihm:

„Ein paar Tropfen in die Wanne und ein Siii….

in diesem Augenblick läutete sein Handy und er hob ab:

„Joo Peda, i bin glei do, da Tintenfisch hod wos besorgt!“

und legte auf, riss mir förmlich das Fläschchen aus den Händen und verschwand.

Ich saß wieder an meinem Pult Platz und kümmerte mich um die Durchsagen. Circa eine halbe Stunde später läutete mein Handy, auf dem Display stand „Peter“.

Ich dachte nur, ok er braucht wahrscheinlich noch was aus der Apotheke, warum sollte er mich auch sonst anrufen?

Ich hob ab und kennt ihr das, wenn jemand so in Rage ist und so laut schreit dass man nicht weiß ob er gerade wütend ist oder Schmerzen hat?

Im Falle vom Peter war es beides.

Ich hörte nur ein lautes Geschrei:

„Du duummer Hund, du dummes Ar…loch, ich bring di um bist du denn komplett wahnsinnig, wo host du mir do gehm, i kann nimmer sitzen des brennt soooooooooo.

 

Ich frage ihn, mit meiner, durch die Durchsagen bedingter leicht erotischen Stimme:

„Wo is los? Wos ist denn passiert?“

Peter:

Es brennt soooooo, mei rosetten brennt soooo

Ich:

„ ja wos hast den getan?“

Er:

Na ich hob ma de paar Tropfen aufe gegeben und jetzt brennt des soooo extrem!

 

Also wenn man sich der Wirkung von Teebaumöl bewusst ist kann man sich jetzt ungefähr vorstellen wie das direkt, auf quasi offene Wunden wirkt.

 

Ich konnte mir in dieser Situation das Lachen nicht mehr zurückhalten und legte das Handy weg. Ihr müßt euch das jetzt so vorstellen:

Zwei Typen der eine am Telefon, der schreit, der andere der am Pult liegt und lacht!

Ich nahm das Telefon und sagte:

Ich hab zum Indianer gesagt ein paar Tropfen in die Badewanne ned direkt auf dein Ar…loch! wieso mochst du denn des ah?

Er legte auf.

 

An diesem Tag gelangen mir keine erotischen Durchsagen mehr, hatte ich Bilder im Kopf, diese Bilder, diese verdammten Bilder und oft muß ich heute noch an diese Geschichte denken wenn ich jemanden nicht richtig zugehört habe und falsche Schlüsse zog, dann habe ich eben diese Bilder im Kopf!

 

Darum ist es auch so extrem wichtig bei Kundengesprächen mitzuschreiben, zu notieren alles mitzubekommen was will mein Gegenüber von mir wirklich? Denn es gibt nichts Schlimmeres als seine Kunden misszuverstehen, denn so verliert man seine Kunden.

 

Aber auch im privaten führt es durch nicht zuhören, nicht ausreden lassen oder einfach nicht verstehen, zu Missverständnissen und Streit!

 

Und diese Bilder im Kopf, diese Bilder!

  

 

Cheers Stefan!


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